St. Lorenz hat eine barocke Innenausstattung, allerdings ist die Herkunft des heimischen Frühbarockdekors ebenso unbekannt wie der Stuckateur selbst, möglicherweise wurde nach Entwürfen von Wolfgang Zwerger, dem Baumeister der Kirche, gearbeitet. Der Hochaltar besteht aus vier gewundenen Säulen, zwischen denen die aus dem Jahr 1648 von einem ländlichen Bildhauer stammenden großen Holzfiguren von Petrus und Paulus stehen. Das Altargemälde stellt das Martyrium des Namenspatron der Kirche, des Heiligen Laurentius, dar (Kopie eines Tiziangemäldes in der Jesuitenkirche Venedig, 1555). 

 

 

 

 

Das vorher an dieser Stelle hängende barocke Altarbild ist verloren, das aus der Zeit um 1860 von Franz Xaver Glink geschaffene Bild "Der Heilige Laurentius über der Pfarrkirche mit dem alten Turm" hängt heute im Treppenhaus des Pfarrheims. Es zeigt den Heiligen Laurentius auf Wolken über dem Isarhang thronend - die Kirche St. Lorenz, von Sonnenstrahlen effektvoll angeleuchtet, trägt noch den kurzen, gotischen Turm, der bald dem weitaus höheren und schlanken neuen Satteldachturm, wie er heute zu sehen ist, weichen sollte.

 

 

 

 

An der Nordwand des Langhauses hängt ein Votivbild mit der Darstellung eines Bittgangs im Jahr 1867 zur 1866 errichteten Emmeramskapelle, die ein privater Stifter als Ersatz für die 1820 abgerissene Kapelle beim ehemaligen Eremitorium in Auftrag gegeben hatte.

 

 

 

 

Ein besonderes Werk ist aber der linke Seitenaltar, in den man im frühen 19. Jahrhundert einen Teil des Altars aus der abgerissenen St. Emmeramskapelle eingefügt hat. Das Gemälde mit dem inmitten von Engeln thronenden Heiligen Emmeram stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert (Strahlenkranz und Brustkreuz sind in Messing eingesetzt). Der Rahmen von blühendstem Formenreichtum steht auf zwei Voluten. Am Übergang zum Bogen entwachsen ihm zwei Engelhermen. Bekrönt wird er von einem Engelskopf mit Mitra. Dieses Werk des Spätbarocks ist eine lange unbekannt gebliebene Arbeit von Egid Quirin Asam aus dem Jahr 1739. Seine und die Arbeit seines Bruders Cosmas Damian ist für die Kapelle St. Emmeram nachgewiesen. Das Motiv der aus einer Rahmenform herauswachsenden Engelhermen ist für Asam charakteristisch und in der hier vorgenommenen Silberfassung von besonderer Feinheit. 

 

 

 

 

 

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Literatur: 

Abbildungen: