Maximilian Joseph Graf von Montgelas (1759 - 1838)

 

Maximilian von Montgelas stammte aus französisch-savoyardischem Adel, wurde 1759 in München geboren, studierte in Nancy, Straßburg und Ingolstadt und erhielt 1777 seine Ernennung zum bayerischen Hofrat. Als Illuminat (Mitglied eines aufklärerischen Geheimbundes) musste er 1785 jedoch den Dienst quittieren und das Land verlassen. Mit dem neuen Kurfürsten Max Josef IV. kehrte er nach München zurück und wurde 1799 zum „Wirklichen Geheimen Staats- und Konferenzminister" ernannt. Montgelas beseitigte alte Rechte des Adels, der Kirche und der Gemeinden zugunsten einer konstitutionellen Verfassung, säkularisierte Kirchengut, um zu Finanzen zu kommen, rundete das Staatsgebiet ab, zentralisierte und vereinheitlichte das geistige wie das kirchliche Leben. 1817 musste er zurücktreten. 

 

Er gilt als Schöpfer des neuen Bayern. In seinem Sommerwohnsitz auf "Schloss Stepberg" wurde der Geheimvertrag von Bogenhausen geschlossen, mit dem Bayern zum Königreich wurde. Zur Abkürzung seines Arbeitsweges hatte sich Graf Montgelas außerdem in Bogenhausen eigens eine Isarbrücke bauen lassen. Die dort ebenfalls beginnende Begradigung des Flusses erhöhte seinen Grundbesitz, der später als "Herzogpark" vermarktet werden sollte.

 

In Bogenhausen ist seit 1897 die Montgelasstraße nach ihm benannt.

 

 

 

 

 

 

Abbildungen:

oben: Maximilian Joseph von Montgelas in der Tracht des Hubertus-Ordens (Joseph Hauber, München 1806)

unten: Montgelas-Skulptur von Karin Sander, aufgestellt im Jahr 2005 am Promenadenplatz in München. Die Figur wurde nach überlieferten Abbildungen digital errechnet und computergesteuert aus Aluminium gefräst. Ein Gedenkstein erinnert an den bayerischen Reformer. hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V., 2008.