Heilmann & Littmann

 

"Heilmann & Littmann" war ein führendes deutsches Hoch- und Tiefbauunternehmen, das auf  das 1871 gegründete Regensburger Baugeschäft von Jakob Heilmann (18461927) zurückgeht. 1892 tritt der Architekt Max Littmann (18621931) dem Geschäft bei und das Bauunternehmen J. Heilmann wird noch im selben Jahr in die "offene Handelsgesellschaft Heilmann & Littmann" umgewandelt. Damit ist der Grundstein für eine jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmer und Ingenieur Jakob Heilmann und dem Künstler und Architekten Max Littmann gelegt. "Heilmann & Littmann" zählen schnell zu den größten süddeutschen Bauunternehmen. Die Persönlichkeit der beiden Gesellschafter und die straffe Organisation des Unternehmens sind Grundlage für einen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg. 1910 werden im Bauunternehmen 2400 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, daneben noch 200 "Beamte". Im selben Jahr werden 352 Bauprojekte abgewickelt, darunter 86 Einfamilienhäuser in Gern, Nymphenburg, Bogenhausen und in der Prinz Ludwighöhe (Solln). In Bogenhausen entstehen unter anderem die Villa Kustermann (Möhlstraße 3, heute italienisches Generalkonsulat) und die Villa in der Delpstraße 6. Ein herausragendes Auftragswerk ist die Villa Stuck in der Prinzregentenstraße.

 

Daneben spezialisieren sich "Heilmann & Littmann" auf den Bau von Theatern und anderen Monumentalbauten wie Geschäfts- und Warenhäuser, Gaststätten und Bierhallen für die großen Brauereien, größtenteils - dem Zeitgeschmack entsprechend - im Stil der Neugotik- und Renaissance, die um 1900 das Stadtbild Münchens nachhaltig prägen. 

 

1906 verlässt Max Littmann das Baugeschäft seines Schwiegervaters, um sich voll seinen künstlerischen Aufgaben, besonders dem Theaterbau, zu widmen. In den Jahren 1892 bis 1906 sind die meisten Arbeiten und Entwürfe Littmanns nicht mit seinem eigenen Namen, sondern mit Heilmann & Littmann unterzeichnet. Nach dem Ausscheiden von Geschäftspartner Richard Reverdy 1909 treten die Söhne von Jakob Heilmann, Albert  (1917 Heirat mit Mary Stuck) und Otto, in das Unternehmen ein, der Königlich Bayerische Geheime Kommerzienrat Jakob Heilmann selbst scheidet erst mit seinem Tod 1927 aus. Danach gelangt das Bauunternehmen über verschiedene Fusionen an die STRABAG und firmiert seit dem 1.8.2005 unter dem Namen Heilit+Woerner Bau GmbH.

 

 

 

 

 

 

Neben den Wohnbauten entstehen als Pracht- und Großbauten von "Heilmann & Littmann" in München:

 

Taubstummeninstitut (1894/95)

Hofbräuhaus (1896/97)

Saalbau der Mathäserbrauerei (1900)

Prinzregententheater (1900/1901)

psychiatrische Klinik an der Nußbaumstraße (1903/1904)

Warenhäuser Tietz und Oberpollinger (1904/1905)

Verlagshaus der "Münchner Neuesten Nachrichten" in der Sendlinger Straße (1905/1906)

Anatomie in der Pettenkoferstraße (19051908)

Landesversicherungsanstalt Oberbayern, Holbeinstraße 9 (1904)

 

 

 

Literatur: Gribl, Dorle, "Villenkolonien in München und Umgebung. Der Einfluß Jakob Heilmanns auf die Stadtentwicklung", München 1999.

Abbildungen: 

Heilmann & Littmann Aktie 1939, Wert 1000 Reichsmark

Werbeanzeige aus den 1950er-Jahren