Die "Deutsche Bauzeitung", in der 1904 eine Skizze des sogenannten "Lindenhofs" veröffentlicht wird, schreibt:

 

"Ein Wohnsitz von edelster Kultur, ebenso reich an Gesellschaftsräumen mit den Möglichkeiten umspannende Geselligkeit zu pflegen, wie darauf eingerichtet, in den privaten Räumen der Familie sich behaglicher Lebensführung hinzugeben (...)." 

 

Platz genug war dafür vorhanden. Allein das Speisezimmer war 54 Quadratmeter groß und sage und schreibe 4,65 Meter hoch. Von den drei großen Fenstern bot sich ein offener Blick in die an italienische Renaissancegärten erinnernde Gartenanlage mit Muschelbrunnen. Außerdem gab es ein Musikzimmer (ausgestattet mit einer Holz-Kassettendecke um die Akustik zu optimieren), ein Damenzimmer und ein Herrenzimmer als Gesellschaftsräume. Das Arbeitszimmer von Max Littman lag - ebenso wie die Küche und das Vestibül - zur Nordseite der Villa, da der Architekt sich ausdrücklich einen unmittelbaren Verkehr zur Straße hin wünschte. Die Wirtschaftsräume befanden getrennt von den Wohnräumen der Familie in einem eigenen Trakt auf der Ostseite des Hauses.

 

Die Türrahmungen und manche Fußböden bestanden aus Marmor, an den Wänden hingen riesige Gobelins oder Ledertapeten. Gespart braucht nicht zu werden, jede Kleinigkeit bis hin zum Türkdrücker war durchdacht. Littmann hatte für sich selbst das Gesamtkunstwerk einer Künstlervilla geschaffen. Oft lässt sich nicht mehr klären, inwiefern Littmann selbst oder seine Mitarbeiter Pläne und Details bei den Auftragsbauten entworfen haben, bei dieser Villa ist der Fall eindeutig, sie ist das Manifest einer herrschaftlich orientierten künstlerischen und gesellschaftlichen Selbstdarstellung des Architekten Max Littmann.

 

 

Gartenansicht Villa "Lindenhof" 1904

 

 

Bildergalerie Innenansichten Villa "Lindenhof" Anfang des 20. Jahrhunderts: (zum Vergrößern bitte anklicken)

 

 

 

 

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Haus verkauft, Littmann zog nach Bichl im Loisachtal.

 

 

 

 

 

 

 

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