Wohnhaus Dr. Karl Schwend

Delpstraße 15

 

1931 bis 1933 baute der Münchner Architekt Sep Ruf, damals erst 23 Jahre jung und noch nicht der berühmte Architekt der er einmal werden sollte, für seinen Freund Karl Schwend in der damaligen Wasserburger Straße 15 ein Wohnhaus. Das Gebäude hob sich aus der damaligen Münchner Architekturlandschaft hervor und zeigte bereits deutlich alle Architekturelemente die Ruf Zeit seines Lebens wichtig waren. Ein schlichter weißer kubischer Baukörper mit einem flachgeneigten Dach zeigte zur Straßenseite eine über zwei Stockwerke laufende verglaste Maueröffnung, die Einblick bis unters Dach gab. Die daneben gesetzte Rundbogentür mit aufgesetzten Balkenköpfen fügte sich als traditionelles Bauelement harmonisch in das modernen Gesicht der Hausfront. Ruf schuf schon mit diesem frühen Wohnhaus eine neue Formensprache des Bauens, die sich - entgegen den Strömungen der Zeit - in allen seinen weiteren Bauwerken zeigen würde: das Verschmelzen von traditionellen und regionalen Elemente in eine moderne transparente Architektur im bewussten Dialog mit der Geschichte.

 

1945/46 wurde die Dachform des Hauses verändert und eine Garage angebaut, weitere Umbauten erfolgten 1953 und 1962. 1998 wurde das Wohnhaus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

 

 

>> zurück zur Delpstraße

 

 

 

Textquelle: "Sep Ruf", hrsg. von Winfried Nerdinger, München 2008.

Foto: Buchscan aus s.o.