
Pionierschule Prinz-Eugen-Kaserne (Lohengrinkaserne)
Cosimastraße 60
Östlich der Cosimastraße errichtete ab Juli 1938 die Reichswehr für die Luftwaffe die Nachrichtenkaserne an der Lohengrinstraße, seit 1964 als Prinz-Eugen-Kaserne benannt. Der Entwurf stammt vom Architekten Viktor Freymadl, Luftgauverwaltung München. Obwohl von ihr als "Englschalkinger Kaserne" gesprochen wird, gehört sie laut Grundbucheintrag zur Steuergemeinde Oberföhring.
Ab Mai 1945 von den Amerikanern besetzt, diente die Kaserne dann als UNRRA-Flüchtlingslager für bis zu 2000 DPs. Im September 1945 war sie mit 700 Letten belegt. Ab 1956 übernahm die Bundeswehr die Anlage, errichtete 1957/58 Unterrichtsgebäude (Entwurf Finanzbauamt München) und betrieb dort eine Pionierschule.
Seit 2001 erschienen immer wieder Berichte in den Medien über die Verlegung der Pionierschule nach Ingolstadt und gaben damit zahlreichen Diskussionen um die weitere Nutzung des Geländes und der Sportanlagen Raum. Anfang 2006 konnte die Stadt München für 36 Millionen Euro die Kaserne erwerben. Auf einer Grundfläche von ca. 30 Hektar sollen nach neuesten Planungen jetzt 1900 Wohnungen (50% sozialgebundener Wohnungsbau), eine Grundschule, ein Kindergarten, eine Krippe sowie ein Tagesheim errichtet werden.
Erläuterung der Abkürzungen:
UNFRA = United Nations Relief and Rehabilitation Administration; Hilfsorganisation zur Unterstützung von Flüchtlingen, Vertriebenen und DP's in den von den westlichen Alliierten besetzten Gebieten, gegründet 1943.
DPs = Displaced Persons; Personen nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, die im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzungsbehörden in das Gebiet des Deutschen Reiches verschleppt wurden oder dorthin geflüchtet waren.
Foto: © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.
Textquelle: Karin Bernst, "Ein Spaziergang durch den Münchner Nordosten", Kalender 2008, hrsg. vom Verein für Nordostkultur München e.V.