Josef Anton Heinrich Ruederer

 

In seinen Romanen und Komödien vor dem Ersten Weltkrieg prangert der Münchner Schriftsteller den sittlichen Verfall in der Stadt, die Korruption, Heuchelei, das "Schnackerlhafte" der Oberbayern an. Er ging somit auf Konfrontation mit Ludwig Thoma, der ihn als "allem Ländlichen fernstehenden Städter" beschrieb, der schon die einfachsten Dinge falsch und unvollkommen wiedergibt.

 

Im Ersten Weltkrieg stand Ruederer der deutschen Sache kritisch gegenüber und begann ein mehrbändiges Romanwerk, dessen ersten Teil er 1915 kurz vor seinem Tod fertig stellte. Er wurde 1916 als "Das Erwachen" veröffentlicht, 1962 erneute Veröffentlichung unter dem Titel "Weißblaue Achtundvierziger". In diesem Roman schildert er die Entwicklung Münchens zur Zeit König Ludwig I.

 

Ruederer wohnte in der Maria-Theresia-Straße 25, in einer Villa, die er 1909 bauen ließ. Nach dem Schriftsteller ist der "Josef-Ruederer-Brunnen" in Bogenhausen benannt. 

 

 

 

Bild: Josef Ruederer gemalt von Lovis Corinth