Alois Ludwig (1872 - 1969)
Alois Ludwig, geboren und aufgewachsen in Brünn (ehemals Mähren, heute Tschechien), besucht dort die Gewerbeschule, anschließend tritt er in die Meisterschule Otto Wagners an der Wiener Akademie ein. Hier erweist er sich als außerordentlich begabter Student, der nach Abschluss seiner Studien von Wagner in sein Atelier aufgenommen wird. Heirat mit Margarete Wanniek, die Tochter eines Direktors der Prager Eisenindustrie AG. Für seinen Schwiegervater wird Ludwig später eine Villa in der Möhlstraße 32 bauen.
1905 richtet sich Ludwig ein eigenes Atelier in München ein, dem zwei Jahre später sein jüngerer Bruder Gustav (1876-1953) beitritt, der ebenfalls Architekt ist und sich in Amerika ausgebildet hat. Unter dem Namen „Brüder Ludwig“ bauen sich die beiden ein erfolgreiches Bauunternehmen auf, das vor allem in Deutschland, vielfach aber auch in Südtirol tätig ist. Letztere führte dazu, dass sie 1911 in Bozen eine Filiale eröffnen. Ab Mitte der 30er Jahre lebt er in Meran und soll sich im Zweiten Weltkrieg als Bauer auf einen Bauernhof bei Meran zurückgezogen haben. Alois Ludwig verstirbt in hohem Alter, kurz vor seinem 97. Geburtstag in München.
Ludwigs Wohn- und Geschäftsbauten repräsentieren auf der einen Seite mit klassizierenden Elementen ein sachliches Bauen, waren aber andererseits um eine Monumentalität bestrebt, die mit Barockformen in Richtung eines Neo-Historismus zielte, was den damaligen restaurativen Tendenzen entsprach. Ob sein Bruder Einfluss auf das Baugeschehen nahm, ist mangels Vergleichsmöglichkeiten nicht festzustellen, da von ihm nur gemeinsam mit Alois geschaffene Werke bekannt sind.
Bauten in München:
Villa Wannieck, Möhlstraße 32, Bogenhausen (existiert nicht mehr; Neubau)
Villa Thomas Mann, Thomas-Mann-Allee 10, Bogenhausen, gemeinsam mit Bruder Gustav