Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck (1649 - 1727)

 

Der auf Schloss Train bei Abensberg geborene Eckher stammte aus bescheidenem niederbayerischem Landadel. Nach einem kurzem Theologiestudium bei den Franziskanern wurde er 1673 zum Domherren und ein Jahr später zum Priester geweiht. Von 1679 bis 1684 übte er das Priesteramt in St. Lorenz (Oberföhring) aus, dann wurde er zum Domdekan von Freising und 1695 - sehr zum Unwillen des Hauses Wittelsbach - vom Freisinger Domkapitel zum Fürstbischof von Freising gewählt. Dem gelang es damit wieder einmal einen Mann aus den eigenen Reihen auf den Bischofsstuhl zu setzen und die wittelsbacher Prinzen auszustechen. 

 

Eckher war der letzte große Bischof im alten Freising und regierte sein Bistum wie ein Fürst und Pfarrer zugleich. Das fürstliche Gepräge hat er seiner Domkirche geschenkt, als er zum Korbiniansjubliäum 1724 die Gebrüder Asam zur barocken Umgestaltung des romanischen Baus rief. Die pastorale Arbeit leistete er auf unzähligen Hirtenreisen zu Firmungen, Altar- und Kirchweihen. Die Förderung des Schulwesens war ihm ebenso ein Anliegen wie der Aufbau einer caritativen Organisation in der Not des Spanischen Erbfolgekrieges. Eckher gelang es auch endlich, eine Philosophisch-Theologische Hochschule in Freising aufzubauen. Als großer Förderer von Geschichtsforschung und Kunst beauftragte er den Benediktiner Karl Meichelbeck mit der "Historia Frisingensis", der ersten quellenkritischen Bistumsgeschichte Deutschlands, die Maler Lederer und Gappnigg gestalteten den "Fürstengang" als Galerie der Geschichte Freisings. Hier ist unter den 32 Gemälden auch das damals zum Hochstift gehörende Oberföhring zu sehen. Im Münchner Nordosten erlangte Eckher kunstgeschichtliche Bedeutung als Bauherr der Filialkirchen in Daglfing (St. Philippus und Jakobus) und Unterföhring sowie des Ismaninger Schlosses.

 

Als Bischof Eckher 1727 an einem Schlaganfall starb, wurde er von der Bevölkerung fast wie ein Heiliger verehrt. Sein Epitaph steht im Freisinger Dom.

 

 

 

Textquellen: 

"Freising. 1250 Jahre Geistliche Stadt. Ausstellung im Diözesanmuseum und in den historischen Räumen des Dombergs in Freising 10. Juni bis 19. November 1989", Freising 1989.

Benno Hubensteiner: "Biographenwege. Lebensbilder aus dem alten Bayern", München 1984.