Vogelweideplatz

(Steinhausen)

 

Um 1900 wurde die Äußere Prinzregentenstraße durch völlig unbebautes Land bis zum heutigen Vogelweideplatz in Steinhausen angelegt. Bis Mitte der 1930er Jahre säumten nur wenige Häuser die stark befahrene Ausfallstraße, die letzten Häuser standen zwischen der Bray- und Saint-Privat-Straße. Allmählich wuchsen dann auf dem Areal des abgeziegelten Geländes rund um den heutigen Vogelweideplatz - auf dem noch die 1904/1909 stillgelegten Ziegeleien standen - Einfamilienhäuser und Wohnblöcke.

 

Bis 1961 stand hier eine das Gesicht des Platzes prägende, traditionsreiche Gaststätte, die "Bundesschießstätte", und südlich des Vogelweideplatzes, an der heutigen Einsteinstraße, lagen bis zu ihrem sukzessiven Abbruch in den 1930er Jahren die Anlagen des Gaswerks "Am Kirchstein". In den 1950er Jahren zweigte kurz hinter der Trambahn-Endhaltestelle Steinhausen von der Riemer Straße ein kleiner Fahrtweg ab, der in ein talartiges Gelände mündete. Die Bewohner des Stadtviertels nannten das staatliche Areal "Zigeunerschlucht", da hier ab dem Herbst 1950 per Stadtratsbeschluss ein "Landfahrerlager" errichtet worden war (aufgelöst 1960 wegen Autobahnausbau).

 

Heute braust am Vogelweideplatz der von stadtauswärts auf der A94 ankommende Verkehr in Richtung Stadt vorbei, um sich auf der gegenüberliegenden Seite auf der Prinzregentenstraße wieder zur Stadt hinaus auf die Autobahn zu wälzen. Architektonisch bestimmen die Gebäuden der Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient das Gesicht des Vogelweideplatzes, der hauptsächlich zur Umkehrschleife für Trambahnen und Busse verkommen ist. Durch die Untertunnelungsmaßnahmen des Mittleren Rings seit 2003 werden die Anwohner im Bereich zwischen Mittlerer Ring und Vogelweideplatz zukünftig von Lärm und Abgasen entlastet werden, denn die südliche Ausfahrt des Tunnels ist in Richtung Vogelweideplatz verlegt worden.

 

2008 wurde ein Ideenwettbewerb für die Bebauung von drei Grundstücken am Vogelweideplatz ausgeschrieben. Ein neuer prägnanter "Stadteingang" zwischen Bogenhausen und Steinhausen soll entstehen. Mehr Informationen zum neuen Hochhausensemble "Bogenhausener Tor".

 

 

 

 

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Foto: Firma Giesecke & Devrient, Zamdorfer Straße 88, Roland Krack © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V. (2006)