
Nach einem ersten verbürgten Trabreiten auf der Theresienwiese 1847 in München, entstanden kleine Vereine in Schwabing, Haidhausen, Sendling und Laim, die auch außerhalb der Wiesnzeit Wettbewerbe veranstalteten, zum Beispiel auf der Leopold-/Ludwigstraße oder dem Oberwiesenfeld (heute Olympiapark). Später nutzte man mit den Galoppern eine Bahn in Friedenheim, nahe der Fürstenrieder Straße. Ende des 19. Jahrhunderts regte der Gastwirt Franz Burgauer die Gründung des Münchner Trabrenn- und Zuchtvereins (MTZV) an. Nach ihm wurde 1955 die Burgauerstraße in Daglfing benannt.

um 1915
Bereits 1902 zählte der Verein rund 200 Mitgliedern und erwarb für 20000 Mark den Großteil der Fläche auf dem noch heute die Trabrennbahn Daglfing steht. In Anwesenheit des Kronprinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwig III., fand am 19. Oktober 1902 der Eröffnungsrenntag statt. In den ersten Jahren gab es bedeutend weniger Renntage als heute (1903 nur acht Rennen). 1909 baute der Verein eine neue Tribüne für 1000 Zuschauer. Die neue Anlage entwickelte sich zu einem beliebten Ziel vor den Toren der Stadt. Für die Münchner waren Daglfing und die Trabrennbahn bald ein fester Begriff. Bis in die Zwanzigerjahre hinein hatte Daglfing keine überregionale oder gar internationale Bedeutung. Das änderte sich erst ab 1922, als auch Fahrer aus Berlin und Hamburg zum neu geschaffenen "Großen Preis von Bayern" nach München kamen. Doch Mitte der 1920er-Jahre gingen die Umsätze infolge der Arbeitslosigkeit zurück. München war wieder Traberprovinz. Die besten bayerischen Fahrer starteten lieber in anderen Städten, in denen es höhere Preisgelder gab.

1938
Erst in den Dreißigerjahren kam ein Aufschwung. 1934 wurde eine Flutlichtanlage gebaut, doch 1938 legte ein durch Föhnwind genährter Kaminbrand die hölzerne Haupttribüne in Schutt und Asche. Nach Zerstörungen im Bombenkrieg diente die Trabrennbahn 1945 als Kriegsgefangenenlager.

2008
Im Frühjahr 1946 konnte der Rennbetrieb in Daglfing wieder aufgenommen werden. Und schon 1949 kamen wieder internationale Stars zum neu geschaffenen "Preis der Besten". Die ersten Nachkriegsjahrzehnte werden zur golden Zeit für die Rennbahn. Daglfing entwickelte sich zur umsatzstärksten deutschen Trabrennbahn. 1958 erhält Daglfing als erste Traberbahn ein verglastes Tribünenhaus und kann 1969 weltweit als erste Rennbahn ein Totalisatorsystem einführen. 1975 folgt ein zweites Tribünenhauses und in den Folgejahren wird fleißig modernisiert. 1981 wird zum umsatz- und preisgeldstärksten Jahr. Ein drittes verglastes Tribünenhaus entsteht. Verschuldung und fallende Wettumsätze zwingen den 100 Jahre alten Verein Teile des Stall- und Parkplatzgeländes zur Wohnbebauung zu verkaufen. Die Krisenjahre halten an und schließlich ist der MTZV gezwungen die gesamte Anlage zu veräußern, um außerhalb Münchens einen Neuanfang zu wagen.
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Fotos von oben nach unten:
Starterhäuschen Trabrennbahn 1903; © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.
Luftbildaufnahme Trabrennbahn Daglfing um 1915. Im Hintergrund das Dorf Daglfing, am Ende der heutigen Burgauerstraße; die rein dörfliche Struktur der Daglfinger Gemeinde ist deutlich erkennbar; © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.
Brand der hölzernen Haupttribühne in Daglfing im Jahr 1938; Ansichtskarte © privat
Trabrennbahn Daglfing 2008; hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.