Die dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Reisenden, geweihte Kirche besaß keine Grundmauern, sondern stand mit den Ziegelwänden direkt auf dem Lößlehm. Um 1659 erfuhr das Kircheninnere eine Erneuerung im Barockstil und der Bau erhielt größere Fenster. Der reiche Aufbau des Hochaltars entstand in dieser Zeit und gehört zu den ältesten erhaltenen Altaranlagen des Münchner Gebietes. Das Hauptgemälde des Altars, eine Darstellung des Heiligen Nikolaus, wie er Kaiser Konstantin erscheint und für drei unschuldig verurteilte Offiziere Fürbitte einlegt, stammt von 1869. Seitlich davon stehen die Figuren von St. Korbinian mit dem Bären (erster Bischof von Freising) und St. Wolfgang, ein Kirchenmodell tragend, mit ihren ausdrucksvollen Gebärden; letztere Figurendarstellung könnte auch St. Benno, der Schutzpatron von München sein. Aus der Zeit um 1520 stammt das Holzrelief der Heiligen Anna Selbdritt (= zu dritt); Anna, die Mutter Mariens, sitzend, nach links gewendet auf ihrem Schoße steht das nackte Jesuskind, das auf die als Mädchen dargestellte Maria zuschreitet. Die Figur neben dem Eingang lässt sich nicht bestimmen, die beiden Gemälde an der Rückseite (Darstellungen des Heiligen Johann Nepomuk und Sebastian) wurden vom Prähistoriker Josef Maurer gestiftet.

 

Ein Votivbild aus dem 19. Jahrhundert zeigt die Nikolauskirche in Englschalking inmitten des Dorfensembles und gibt mit einem ausführlichen Text historische Einblicke in die Zeit um 1800 in dieser Gegend.

 

 

 

 

Im Jahre 1856 wurde die Kirche und der Turm renoviert. Doch die Bauschäden an der Kirche nahmen kein Ende: Im Jahre 1895 erklärten sich die Ziegeleibesitzer bereit, zum völligen Neubau des Turmes und der Sakristei die Ziegelsteine unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

 

Der Plan von 1896 „über Anbauung eines Thurms u. Sakristei an der Filial-Kirche zu Englschalking" wurde nicht realisiert, so dass sie bis heute fast unverändert erhalten geblieben ist. Eine Glocke mit 190,5 kg, von Ulrich Kortler im Jahre 1855 gegossen, musste im Jahre 1918 an die Militärbehörde abgegeben werden. Bei der Renovierung im Jahre 1956 wurde die barocke Einrichtung (Seitenaltäre, Kanzel, Empore) ausgebaut, da sie durch Feuchtigkeit weitestgehend zerstört war und die angebaute Sakristei abgebrochen. 1969 wurde die Kirche trocken gelegt und mit einem Fundament versehen. Der Boden erhielt einen Ziegelbelag, die Bänke wurden zu einem Mittelblock vereinigt, eine ebene Holzdecke eingezogen und die ornamentalen Fresken im Chorbogen freigelegt.

 

 

 

 

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Abbildungen von oben nach unten: