
In der Donaustraße stand - wie an vielen Stellen in Bogenhausen - Ende des 19. Jahrhunderts eine Ziegelei (ehemals Donaustraße 46, heute Schreberweg 4). Sie wurde 1895 von der Firma F. S. Kustermann von Michael Reiffenstuel ersteigert. Ringofen und Trockenstädel wurden 1912 abgebrochen. Nach dem Abriss der Ziegeleigebäude entstand hier ein Wohnhaus (siehe Foto oben), das in den 1930er Jahren als HJ-Heim genutzt wurde. Später befand sich darin ein Kindergarten, das Technische Hilfswerk und wieder ein Privatwohnsitz der Reiffenstuels. 1957erhielt das Wohnhaus einen Komplettumbau. Heute wird es von der Bahá’í-Gemeinde, einer Religionsgemeinschaft, genutzt. Den restlichen Besitz der Firma Kustermann an der Donaustraße 90 kaufte die Stadtgemeinde München 1936, die Gebäude wurden abgerissen, der Grund in "Bauland an der Donau- und Fichtelgebirgstraße" umgewidmet. Auf diesem Grund entstanden ab 1954 die 23 Wohnhäuser der Parkstadt Bogenhausen, Buschingstraße 1 bis 45.

Entlang des Schreberwegs waren auch die Gleise verlegt, die für den Transport der Schweröl-Kesselwagen für das Heizwerk der Parkstadt Bogenhausen bestimmt waren. Vom Ostbahnhof kommend wurde das Öl direkt aus dem Eisenbahnwagon im Heizhaus (Buschingstraße) zum Brenner geleitet.

Ein erwähnenswertes Kuriosum aus der Geschichte des Schreberwegs ist, dass 1925 hier am Rand des Wegs, auf dem Gelände des heutigen Denninger Angers, zwei Skisprungschanzen gestanden haben. Initiator dieser Freizeitbeschäftigung war Hans Roth, der Gründer der Sportanlagen an der Denninger Straße, dem späteren "Rothof" (gegründet 1983). Die auf dem Areal der Kiesgrube des Roth'schen Quetschwerks stehenden zwei Schanzen ragten 23 m hoch, aus Holz gezimmert von Mitgliedern des 1924 gegründeten Vereins zur "Förderung des sportlichen Skilaufs in München" (VFS). Der Traum von München als Stadt des Skisprungs hat sich jedoch nicht erfüllen können, die Kiesgrube ist eingeebnet, die Schanzen stehen längst nicht mehr.
Textquelle: "Die Parkstadt Bogenhausen in München", hrsg. von Roland Krack, München 2006.
Fotos von oben nach unten:
Das Haus Donaustraße 46, heute Schreberweg 4, in den 1950er Jahren, Blick von Süden (Foto Erhard Webersinke)
Haus Schreberweg 4, dahinter Hochhaus Buschingstraße, 2006. (Quelle s.o.)
Die Gleise am Schreberweg. (Quelle s.o.)