Oberföhringer Straße

(Bogenhausen-Priel; Oberföhring)

 

Am Herkomerplatz im Ortsteil Priel in Bogenhausen beginnt eine der großen Verkehrsstraßen des Münchner Nordostens. Ihr Weg verläuft direkt an der Isarhangkante und man kann von hier aus über eine Anzahl von steil nach unten führenden Treppen oder kleinen Steigen zur Isar hinunter in das Gebiet des Herzogparks bzw. weiter nördlich ins Grüntal und nach St. Emmeram gelangen. Bis zum Jahr 1913 hieß diese wichtige Verbindungsachse zwischen dem alten Bogenhausen und dem nordöstlichen ländlichen Umland – als direkte Verlängerung der Ismaninger Straße – Ismaninger Hauptstraße. Erst mit der Eingemeindung Oberföhrings in die Residenzstadt erhielt sie ihren jetzigen Namen.

 

Über eine für den Auto- und Fußgängerverkehr ausgebaute Brücke den Isarring querend, verläuft die Oberföhringer Straße am Stadtteil Priel entlang, der durch einige stattliche Gründerzeitvillen von einer Epoche des wirtschaftlichen Aufschwungs zeugt. Ab dem ehemaligen Zollhäuschen und der Wahnfriedallee führt die Oberföhringer Straße dann weiter durch den Ortsteil Oberföhring, dessen alter Dorfkern um die Muspillistraße westlich von ihr liegt. Kurz nach der abzweigenden Straße St. Emmeram endet die Oberföhringer Straße und führt von da als Münchner Straße weiter über den Ortsteil Unterföhring bis nach Ismaning.

 

Durch den Ausbau der parallel verlaufenden Effnerstraße zur Schnellstraße im Jahre 1963 wurde die als Zubringer zur Autobahn Nürnberg stark frequentierte Oberföhringer Straße verkehrstechnisch entlastet."

 

Eine Besonderheit der Oberföhringer Straße waren (und sind teilweise noch) die hier im ausgehenden 19. Jahrhundert gebauten Ziegeleien. Um 1900 lagen hier stattliche 17 Betriebe, so viele wie kein anderer Stadtbezirk Münchens um diese Zeit aufzuweisen hatte. Sie sind alle verschwunden und bis auf die zusammenfallenden Gebäudereste von einer Ziegelei nicht mehr vorhanden. 

 

 

An der Oberföhringer Straße lagen beziehungsweise liegen noch heute: (Auswahl nach heutigen Hausnummern)

 

Villa Selmayr (Oberföhringer Straße 13)

Villa Robert Böninger (Oberföhringer Straße 24)

Haus (ehemals Priel 9a; Oberföhringer Straße 35)

Villenkolonie "Am Priel-Hof"

ehemaliges Gasthaus "Zum Prielhof" (Oberföhringer Straße 42)

ehemaliges Pflaster-Zollhaus Oberföhring (Oberföhringer Straße 57)

ehemaliges Gasthaus "Am Priel" (Oberföhringer Straße 92)

Museum Sammlung Goetz (Oberföhringer Straße 103)

ehemalige Schlosswirtschaft (Oberföhringer Straße 107)

ehemalige Ziegelei Grimmeisen (Oberföhringer Straße 108, Gartenstadt Bogenhausen-Priel)

ehemaliges Kriegsgefangenenlager (Oberföhringer Straße 122)

Konduktives Förderzentrum (Oberföhringer Straße  150)

ehemaliges "Gasthaus zur Post" (Oberföhringer Straße 155)

Bürgerpark Oberföhring (Oberföhringer Straße 156)

ehemalige Ziegelei Haid (Oberföhringer Straße 184, heute Cosimastraße)

ehemalige Ziegelei "Deck" (Oberföhringer Straße 204, heute Cosimastraße)

 

 

 

>> zum interaktiven Lageplan Ziegeleien in Oberföhring um 1913

>> zum interaktiven Lageplan Oberföhring um 1800

>> zum Überblick "Straßen und Wege" im Münchner Nordosten

 

 

 

Foto: am Dingelstedtweg: Aufgang vom Herzogpark zur Oberföhringer Straße hinauf  hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V.