Hildebrandhaus

Maria-Theresia-Straße 23 / Siebertstraße 2

 

1896 kaufte der Bildhauer Adolf von Hildebrand vom Münchner Gastwirt Lorenz Betz ein Eckgrundstück in der Maria-Theresia-Straße in Bogenhausen. Bereits im Herbst 1898 zog die Familie des Bildhauers in ihr neu erbautes Anwesen ein. Das Baubüro des Architekten Gabriel von Seidl setzte die Pläne Hildebrands für die Villa mit großzügigem Garten samt einer kleinen Brunnenanlage um. 1911 wurde noch ein großer Atelieranbau an der Siebertstraße hinzugefügt, die Pläne dazu stammen von Hildebrands Schwiegersohn Carlo Sattler. Im Gegensatz zur ein Jahr später nur einige hundert Meter weiter entstehenden Stuckvilla, dem prächtigen Statussymbol eines erfolgreichen Künstlers, ist dieser Wohnsitz in der Tradition süddeutscher Landschlösschen des Barock eher zurückhaltend konzipiert und fügt sich in die für Alt-Bogenhausen bezeichnenden Villen harmonisch ein. Auf einen repräsentativen Haupteingang wurde ebenso verzichtet wie auf große Empfangs- oder Repräsentationsräume, alles war nur auf die individuellen Bedürfnisse der Familie Hildebrands abgestimmt.

 

Heute beherbergt die Villa das Literaturarchiv und die Bibliothek der »Monacensia«. Am 8. Dezember 2016 wurde die zweijährige und 9,3 Millionen teure Sanierung des Hildebrandhauses abgeschlossen und das hier beheimatete Archiv Monacensia wieder eröffnet. Es gilt als literarisches Gedächtnis der Stadt. Künftig ist hier auch eine Ausleihe von Büchern möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Foto oben: Das Hildebrandhaus mit signifikantem Treppenhausturm von der Maria-Theresia-Straße aus gesehen, um 1900. Quelle: Buchscan aus: Willibald Karl (Hrsg.): "Bogenhausen. Vom bäuerlichen Pfarrdorf zum noblen Stadtteil", München 1992.

Fotos unten: Das frisch renovierte Hildebrandhaus, Stand Dezember 2015 © Monacensia München