Im Buch "Zu Gast im alten München" wird die Gaststätte wie folgt beschrieben:

"Hunderte von festmontierten Bänken und Tischen, unzählige Klapptische und -stühle standen dem andrängenden Publikum zur Verfügung. Bei den berühmten Maifesten waren bis zu 12 Schänken geöffnet, manchmal musizierten vier Musikkapellen gleichzeitig. Nach dem Maitanz konnten sich die Gäste an prächtigen Feuerwerken erfreuen. 1928 wurden die Räumlichkeiten der beliebten Einkehr erweitert und Tennisplätze angelegt." Sogar Freilichtaufführungen fanden zur Belustigung im Garten der Restauration ab 1916 statt, so zum ersten und einzigen Mal im Jahr 1920 die "Freilichtpassionsspiele".

 

Ein Jahr nach ihrer Errichtung erwarb Herrmann Neumann, ehemaliger Gärtnermeister bei Herzog Karl Theodor, die Restauration "Herzogpark" von der Terrainaktiengesellschaft Herzogpark München-Gern, zusammen mit den Ökonomiegebäuden an der heutigen Flemingstraße 70. Hier errichtete er eine Kunst- und Handelsgärtnerei, die noch heute in Familienbesitz ist, die Gaststätte verkaufte er jedoch 1913 wieder an die Terraingesellschaft Herzogpark.

 

 

 

 

Die Prokuristeneheleute Ludwig und Aloisia Prüfling übernahmen das Wohnhaus mit Gaststätte von der Terraingesellschaft Herzogpark im Jahre 1932 um 68.000 Reichs-Mark, einschließlich 10.000 Reichs-Mark für das Inventar - die Familie führt den Betrieb bis heute. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Wirtschaftsgebäude und der große Tanzsaal zerstört und nur provisorisch wieder aufgebaut. 1953 wurde der Biergarten geschlossen. Weitere Abbrüche und Neubauten fanden im Jahre 1961 statt, auf dem Gelände des Biergartens wurden Tennisplätze angelegt. Das Wirtshaus (nach dem Zweiten Weltkrieg verändert wieder aufgebaut) besteht noch als Club-Lokal der Tennisspieler und auch die alten großen Kastanienbäume zeugen vom weitläufigen Biergarten des vielbesuchten einstigen Ausflugslokals aus der Entstehungszeit des Herzogparks.

 

 

 

 

 

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Textquellen:

Karin Bernst, "Ein Spaziergang durch den Münchner Nordosten", Kalender 2008

Willibald Karl (Hg.) "Der Herzogpark. Wandlungen eines Zaubergartens, München 2000.

Fotos: 

oben: Eingangsbereich Flemingstraße 16; hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V. (2008)

Mitte: Herrmann Neumann, dessen Grabstein sich am Bogenhauser Friedhof, gleich neben dem Durchgang zum alten Pfarrhof, befindet; Logo der Kunst- und Handelsgärtnerei Flemingstraße 70; Privatbesitz

unten: Tennisplätze Flemingstraße 16; hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V. (2008)