Gartenstadt Johanneskirchen

 

Auf einem 16 Hektar großen Gelände, zum großen Teil im Besitz der katholischen Kirche, etwa einen Kilometer östlich des Ortskerns von Johanneskirchen, wurde die in den 1980er Jahren die Gartenstadtidee neu belebt. Vom Februar 1983 bis zum Herbst 1984 entstanden hier in einem ersten Bauabschnitt 500 Wohneinheiten mit Obstbäumen in den Gärten, Alleen an den Erschließungsstraßen sowie Fuß- und Radwegen. Eine Anpassung an die ländliche Situation stellen die beiden sich kreuzenden Anger dar. Diese Einbettung von Angern in Gartensiedlungen sind für die Gegend typisch, wie die Bespiele Moselstraße, der Pachmayrplatz, Posener Platz oder der Platz "Zur Deutsche Einheit" zeigen. Bis 1986 wurden noch zwei weitere Bauabschnitte mit insgesamt 336 Wohneinheiten (überwiegend Reihen- und Doppelhäuser sowie Wohnungen in dreigeschossigen Gebäuden) inklusive einer Ladengruppe fertiggestellt.

 

Die Idee der Gartenstädte entwickelte sich aus den Villenkolonien des 19. Jahrhunderts, für weniger finanzkräftige Interessenten. Der Bauunternehmer Jakob Heilmann prägte mit seinen Siedlungen im Grünen die Stadt München nachhaltig. Er gab vor dem Ersten Weltkrieg Harlaching durch die Gartenstadt am Authariplatz oder Holzapfelkreuth durch die Gartenstadt Südwest ein grünes Gesicht. Mit dem Bau der Siedlung „Alte Heide“, 1919 bis 1928, wird die Gartenstadtidee für den qualitativ verbesserten Arbeiterwohnbau genutzt. Einfamilienhausgebiete wie Trudering und Maxhof erfahren breite Förderung. Daneben entstehen Reichskleinsiedlungen, zum Beispiel Kleinlappen oder Zamdorf.

 

 

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Foto: Siedlung und Grünanger "Am Eschbichl". Der Eschbichl war ein Wäldchen nördlich von Daglfing. hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V., 2008.