
Bogenhauser Hof
Ismaninger Straße 85
Der unter Denkmalschutz stehende Bogenhauser Hof in der Ismaninger Straße in Bogenhausen wurde 1825 erbaut und bereits 1854 als sogenannte "Tafernwirtschaft" zugelassen. Die Gastwirtschaft hatte somit als "vollkommene Wirtschaft" nicht nur das öffentliche Schenk-, Herbergs- und Gastrecht, sondern sie durfte auch Verlöbnismähler, Hochzeiten, Stuhlfeste, Tauf- und sonstige festliche Mähler ausrichten. Eine Tafernwirtschaft musste wandernde Handwerksgesellen beherbergen, zum Beispiel gegen handwerkliche Gegenleistung, sie hatte somit eine soziale Verpflichtung. Außerdem durfte der Wirt Wein ausschenken, mit dem früher jedes Rechtsgeschäft betrunken wurde.
Am Bogenhauser Hof endete 1896 die erste Pferdebahnlinie auf Bogenhausener Gebiet. Die "Gelbe Linie" vom Max-Weber-Platz kommend fuhr bis zur Sternwartstraße und ihre Tramway-Wagen wurde hier vor der Gastwirtschaft, die zu jener Zeit aus einem Wirtschaftsgebäude und einem Wirtsgarten samt zwei Trinkhallen bestand, auf das andere Gleis zur Rückfahrt umgesetzt. Auch heute noch ist direkt am Bogenhauser Hof eine Trambahnhaltestelle, die der Linie 18. Ihre Endhaltestelle ist allerdings jetzt, stadtauswärts fahrend, der Effnerplatz.
1950 wurde das Anwesen des Bogenhauser Hofes von der Pschorr Brauerei München erworben und in den Jahren 1983 und 1984 von Grund auf renoviert.

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Fotos: hpt © Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten e.V., 2008