"Afrika"-Siedlung

Zamdorf

 

Auch "Kolonialsiedlung", ursprünglich „Erwerbslosensiedlung Zamdorf“ genannt. Die Siedlung liegt um den Emin-Pascha-Platz, die Wißmann-, Dominik-, Gröben-, Leutwein-, Ida-Pfeiffer- und Lüderitzstraße in Zamdorf. Erbaut ab 1934, erhielt die Siedlung ihren volkstümlichen Namen 1935 nach für die damalige Zeit verdienstvollen Kolonialpionieren.

 

So erhielt zum Beispiel die Rohlfsstraße ihren Namen nach dem Afrikaforscher Gerhard Rohlfs (1839 – 1896), der erstmals die Sahara in Nord-Süd-Richtung durchquerte. Andere Benennungen gelten heute als umstritten. So gilt Major Hans Dominik inzwischen als nicht mehr würdig für eine Straßennennung. Der Major „befriedete“ Kamerun, man spricht auch von Kameruns Schreckensherrscher. Als die Straße 1932 seinen Namen erhielt (Dominikstraße), sah man das noch anders und erkannte seine „Verdienste um die Erforschung und Befriedung der einstigen deutschen Kolonie Kamerun“ an.

 

 

Major Hans Dominik

 

Carl Peters

 

Gerhard Rohlfs

 

Ida Pfeiffer

 

Eduard Schnitzer alias Emin Pascha Adolf Lüderitz

 

 

Der Münchner Stadtrat bemüht sich um Entkolonisierung von Straßennamen. So wurde auf Antrag des Bogenhausener Bezirksausschuss im Juni 2000 beschlossen, die frühere Karl-Peters-Straße (benannt 1932 nach dem Afrikaforscher Carl Peters (1856 - 1918), der für das Deutsche Reich die Kolonie Deutsch-Ostafrika erwarb), in Ida-Pfeiffer-Straße umzubenennen. Patin dafür stand die Reiseschriftstellerin Ida Pfeiffer (1797 - 1858). Bis heute finden aber immer wieder Diskussionen über die Straßennamen in den "Kolonialvierteln" statt. Die einfachste Lösung fand man bei der Von-Trotha-Straße (in Waldtrudering), indem man einfach die Interpretation änderte. So erinnert die Straße nicht mehr an den Völkermörder, sondern an die Adelsfamilie von Trotha. Weiter umstritten sind die Wißmann- und die Dominik-Straße in der Zamdorfer Kolonialsiedlung.

 

 

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Foto oben: 

Blick in die Leutweinstraße um 1935. Am Ende der Straße ist das 1953 abgerissene Kirchlein St. Georg (Schutzengelkapelle) zu sehen. Quelle: Stadtarchiv München